Praktikumsberichte

 

Die Erfahrungsberichte meiner Praktikannten empfinde ich als wertvollen Beitrag für die Entscheidungsfindung zukünftiger Schüler, die darüber nachdenken ein Praktikum auf unser Anlage zu absolvieren


Informationen zum Praktikum
Praktikumsvertrag

Johanna Ferst, 15.2.-09.05.2014
Mein Praktikum bei Dörte Bialluch in Portugal

Ich hatte keinerlei Erfahrung mit der akademischen oder klassischen Reitkunst bevor ich zu Dörte kam. Auch hätte ich mich als Anfänger und Wiedereinsteiger bezeichnet und war mir sicher, dass ich an meinem Sitz arbeiten muss. Viele der Begriffe wie Kruppeherein, Schulterherein hatte ich irgendwann einmal gehört und auf dem Weg nach Portugal in einem von Bents Büchern gelesen, allerdings nie live gesehen. Ich war gespannt was auf mich zu kam!

Der Empfang durch Dörte und Sebstiao war sehr herzlich und bei einem gemeinsamen Abendessen lernten wir uns alle ein wenig besser kennen.

Direkt am nächsten Morgen ging es nach dem täglichen Füttern und Misten (in den ersten Tagen mit Dörte´s Hilfe) dann endlich los:
mit der Bodenarbeit, um ein Gefühl für die Hilfen/-gebung sowie meiner eigenen Koordination zu bekommen. Gar nicht so einfach, einen gleichmäßigen Kreis zu gehen und dabei mit einer Hand das Pferd zu führen und der anderen bei Bedarf mit der Gerte die richtigen Hilfen zu geben . Noch schwieriger war es für mich, als ich vorwärts mit beiden Zügeln in den Händen und Gerte auf einem Kreis gehen sollte. Aber wie heißt es so schön: Übung macht den Meister - und so wurde ich auch immer besser und Tinker Joe besser gelaunt . Außerdem sollte und wollte ich auch mein Auge schulen, anfangs wusste ich nicht so recht wohin ich überhaupt gucken sollte. Dazu hatte ich noch endlos viele Fragen, die Dörte alle sehr geduldig beantwortet hat.
Nach der Eingewöhnungsphase ging es auch ans Reiten. Wie ich vermutet hatte, war mein Sitz eine "Baustelle". Es hat mehrere Tage gedauert, bis Joe und ich geradeaus und nicht seitwärts in der Reitbahn unterwegs waren. Aber mit Dörte´s Anweisungen und Tipps wurde das schnell besser .

Während Dörte´s Abwesenheit habe ich alleine weiter an den Basics üben können und mein Fachwissen erweitert. Falls die ein oder andere Übung auf einmal nicht mehr funktioniert hat und ich nach längerer Überlegung keine Antwort finden konnte, wurde mir auch da von Dörte geholfen. Sie ist schließlich nicht aus der Welt, sondern nur in Deutschland. Diese Zeit hab ich häufig auch genutzt um andere Aufgaben, wie das Streichen des Pferdestalls oder Putzen des Sattelzeugs genutzt - meine Zeit konnte ich selbst einteilen. Weitere tägliche, bzw. regelmäßige Arbeit war das Überprüfen des Elektrozauns, Säubern der Wasserbehälter für die Pferde, das Abziehen des Reitplatzes mit dem kleinen aber feinen Traktor und bei Bedarf anschließendes Wässern des Reitplatzes.

Nach Dörte´s Rückkehr haben Joe und ich erst einmal vorgeführt was wir gemeinsam geschafft haben; einiges hat besser funktioniert und vielleicht hat sich das ein oder andere eingeschlichen, was ich mir besser nicht angewöhnen hätte sollen. Aber das haben wir schnell wieder in den Griff bekommen. Ich war sicherer in der Hilfengebung am Boden, das Laufen war auch besser, geradeaus Reiten hat gut geklappt, aber mit den Kurven und Zirkeln hatte ich es nicht immer so.
Der weitere Fokus war also weiterhin in der Bodenarbeit (vorwärts gegangen) und auf das Reiten von Kurven und Zirkeln.
Nach einigen weiteren Wochen konnte ich Vorwärts -Geführt einen perfekten Zirkel gehen und Schulter- sowie Kruppeherein abfragen, ebenso funktionierte das entlang der Geraden. Nun hieß es erneut laufen üben - aber Rückwärts-Geführt! Davor bin ich natürlich ebenso Rückwärts gegangen, aber meist Vorwärts.

Mein Sitz zu Pferde wurde ebenso besser und weniger verwirrend für das tolle Pony Joe. Nachdem Wendungen, Volten und Zirkel kein Problem mehr waren, haben wir hin und wieder uns an die Seitengänge und Trab, sowie ein paar Ausritten entlang der Steilküste, gewagt.
Ebenso hat mich Dörte mit dem Longieren vertraut gemacht. Die meiste Zeit habe ich von Joe gelernt, aber auch die anderen drei Pferde (Tintol, Honey und Centuriao) haben mir etwas beigebracht. Die liebe Honey hat mich Leichtigkeit "fühlen" lassen sowie ein paar Schritte Piaffe. Centuriao hat mir unter anderem bei der Bodenarbeit gezeigt, das ich noch unsicher in der Hilfengebung bin und in dem was ich tue. Einige Wochen zeigte er mir später, dass er nun endlich verstehe, was ich von ihm wolle. Tintol war sehr geduldig bei meinen ersten Longierversuchen.

Gewohnt hab ich während der gesamten Zeit in einem der Ferienapartments, hätte aber auch ein Zimmer im Haus haben können. Des Weiteren stand mir ein Fahrrad zur Verfügung, mit dem ich die Umgebung erkunden konnte. Ebenso wurde ich zu Ausflügen zum Strand, Markt und in andere Städte mitgenommen. Das Willkommens-Abendessen war während meiner Zeit auch nicht das einzige, so bin ich noch einige Male in den Genuss von Dörte´s Kochkünsten und Sebastiao´s leckeren gegrillten "frischen Meeresfisch" gekommen. Zudem war ich jederzeit willkommen mit Ihnen Zeit zu verbringen.
Dörte hat mir so viel beigebracht während meines Aufenthalts bei Ihr (insgesamt 11 Wochen) und ich könnte noch weitaus mehr von Ihr lernen. Ich freue mich schon, erneut die Gelegenheit zu haben, ein weiteres Praktikum bei Ihr machen zu können.
Ich hatte eine wunderschöne Zeit und kann nur empfehlen, ein Praktikum bei Dörte Bialluch zu machen.

Paulina Sobczak, Praktikum bei Dörte Bialluch vom 12.05.2014 - 30.06.2014

"Ich würde gerne lernen, wie man Seitengänge reitet"
Dies waren meine Worte zu Dörte als ich in Portugal ankam. Als ich jedoch das erste mal auf Joe Brown saß, wurde mir klar, dass die Seitengänge ersteinmal nebensächlich sind! Auf diesem feinen Pferd wird jeder Reitfehler sichtbar gemacht. Dies kann zu Beginn sehr frustriernd seien,was ihn jedoch zu einem super Lehrpferd macht. So mussten wir also ganz von vorne anfangen, denn ich positionierte mich viel zu schief auf dem Pferd, um ihn überhaupt reiten zu können.
Somit lernte ich:
• nicht mehr in der Hüfte einzuknicken
• meine Schultern auf einer Höhe zu halten
• meine rechte Gesäßhälfte nicht zu stark zu belasten
• das äussere Bein vom Pferd weg zu nehmen
• das Timing der Hilfengebung
• den richtigen Einsatz der Hilfen
• das Mitschwingen des Beckens
• das Pferd "fein" zu arbeiten

Nachdem man jahrelang total schief auf einem Pferd gesessen hat und leider nie korrigiert wurde, ( was leider daran liegt, dass viele Reiter es heute einfach nicht mehr besser wissen)ist es ziehmlich schwer sich aus den alten Gewohnheiten herauszureissen.
Jedes mal, wenn ich mich richtig hingesetzt habe, fühlte ich mich schief .
Dank der Geduld von Joe Brown, Honey und Centuriao konnte ich dies deutlich verbessern
Heute fühle ich mich nicht mehr schief, sitze schön mittig und schaffe es Joe endlich auf der linken Hand zu reiten, nachdem wir links gestellt einfach immer weiter zur Bande gelaufen sind, statt auf den Zirkel

Natürlich widmeten wir uns auch der Bodenarbeit, womit wir in Deutschland schon begonnen haben. Dort arbeiten wir mit meiner Reitbeteiligung, dem tollen Indi Da Indi Stellungs- und Biegungprobleme hat und dies nunmal elementar wichtig für gesundes Reiten ist, konnte ich an Dörtes Pferden erlernen, wie eine solche Biegung durch den ganzen Körper geht und somit auszusehen hat. (Ungblaublich wie elastisch die Pferde durch die Bodenarbeit werden können )
Daraufhin tasteten wir uns ans Rückwärtsgehen heran, was echt garnicht so einfach ist, wie es immer scheint. Die richtige Position zum Pferd zu behalten fällt mir hier viel schwerer, als beim Vorwärtsgehen. Hierbei muss ich sehr drauf achten nicht zu nah am Kopf des Pferdes zu stehen, denn wie soll es losgelassen vorwärts/ abwärts gehen und an die Hand suchen, wenn mein Körper ihm den Weg versperrt? Der Abstand, die Geschwindigkeit, die Intensivität der Hilfen, dies alles muss man dem Pferd individuell anpassen können.
Tagesablauf
Mein Tag begann damit die Pferde morgens zu Füttern und zu Misten. Pünktlich um 9 Uhr stieß Dörte immer zu mir, mit Ihrem Hund Pepsi im Schlepptau, die sie auf Schritt und Tritt verfolgte . Wenn es das Wetter zuließ, wurden tägl. ca. drei Pferde gearbeitet. Joe durfte dank mir täglich dran glauben und er hat es immer wundervoll gemacht. Nach getaner Arbeiten gab es immer irgendwas zu tun. Z.B. fuhren wir auf ein schönes Lusitanogestüt, was ich mir so sehr gewünscht habe. Täglich gab es etwas anderes, wobei ich in alles miteingebunden wurde, sofern ich dies wollte. Nachmittags wurden nochmals die Ställe gemistet, damit die Pferde es immer schön sauber haben, daraufhin wurde wieder gefüttert. Abends wurde ich oft zum Essen bei Dörte und Sebastiao eingeladen, wobei Dörte eine wunderbare Köchin ist und wir viele verschiedene Zucchinigerichte ausprobiert haben. ( Im Garten wuchsen endlos viele, riesige davon:-) ).
Hufe geben
Wie oft sind wir im Stall, tun Dinge ohne mehr über diese nachzudenken, weil wir es so gelernt haben und nicht anders?
Dazu würde ich gerne das Beispiel der "Hufe geben" einbringen.
Jahrelang habe ich die Pferde dazu gebracht mir die Hufe zu geben, indem ich mich nur leicht an seine Schulter bzw. Hüfte gelehnt habe, deren Gewicht auf die anderen drei Beine verlagert habe und ihm blindlinks ans Bein gefasst habe. So habe ich es beigebracht bekommen und es hatte immer funktioniert. Bei Joe Brown gelang dies leider nicht, denn er hatte es richtig beigebracht bekommen, nicht so wie ich
Somit konnte mir Dörte noch grundlegende Dinge richtig beibringen, über die man sich sonst schon garkeine Gedanken mehr macht.

FAZIT
Wenn man vergleicht wie ich zu Beginn auf Joe Brown saß und wie ich es heute tue (ich kann ihn alleine in der Bahn reiten ) kann ich stolz behaupten, dass ich unglaublich viel in diesen zwei Wochen des Unterrichts bei Dörte gelernt habe. Aufgrund des unglücklich ausgewählten Zeitpunkts mein Praktikum zu absolvieren, blieben mir nur diese 14 Tage der beaufsichtigten Arbeit mit den Pferden. Trotzdem konnte ich auch in der Zeit ohne Dörte schöne Erfahrungen machen, denn auch wenn es mal beim Reiten schief ging, schien jeden Tag die Sonne und der Blick aufs Meer machte den Frust wieder weg

Jeder der darüber nachgrübelt ein Praktikum zu machen, dem kann ich sagen "Tu es !"
Es ist unglaublich eine Erfahrung mit solchen fein gearbeiteten Pferden zu arbeiten, da hier das Ausmaß der Körpersprache sehr deutlich wird. Ich konnte aus dem Praktikum sehr viel mitnehmen. Auch im Reitunterricht in Deutschland ist ein Fortschritt erkennbar, denn auch hier habe ich das Glück mit ihr arbeiten zu können. Dörte ist die erst Trainerin, die mich wirklich jemals korrigiert hat. Sei es mein Sitz, die Hilfengebung oder die Spannung in meinem Körper. Die meisten Trainer sitzen weit weg von ihren Schülern und rufen irgendwelche Anweisungen zu dem Schüler. Warum aber soll man in diesem momentan die Anweisung oder Übung ausführen? Das hat mir noch nie ein Reitlehrer gesagt. Stattdessen hört man immer wieder einen Satz, wie z.B." Hacken runter!" - Warum soll ich denn die Hacken runter nehmen? Dies hat mir leider nie jemand erklärt.

Danke liebe Dörte und lieber Sebastiao für die schöne Zeit bei euch
Ich habe unglaublich viel gelernt bei euch und sehr viel Spaß bei euch gehabt. Liebe Dörte, ich freue mich auf jede Unterrichtseinheit mit dir, da ich noch nie jemanden gesehen habe, der mit soviel Leidenschaft und Fachwissen arbeitet,wie du es tust. Auch bin ich deinen tollen Lehrpferden sehr dankbar. Nun weiss ich, wie sich Leichtigkeit auf dem Pferd anfühlt.

obrigada
Paulina

Meine Praktikantin Carolin - arbeitet mit Honey
vom 01.09.2014 - 18.10.2014
PRAKTIKUMSBERICHT Carolin Lehr

Mein Praktikum bei Dörte Bialluch in Portugal begann am 1. September 2014 und dauerte 7 Wochen. Meine Aufgabe bestand darin, mich um die Tiere zu kümmern, im Gegenzug gewährte Dörte mir Einblick in ihre Arbeit mit ihren 4 Pferden, gab mir Reitunterricht und lies mich in einer ihrer Ferienwohnungen wohnen.
Was meinen „Eintritt“ in die Welt des akademischen Reitens betraf, begann bei mir alles ersteinmal beim Sitz: Gerade zu sitzen, mithilfe der Statik lenken lernen, sowie auch meine Körperenergie zu kontrollieren.
Aber auch ein korrektes Schulter- sowie Kruppeherein gehörten zu den Basics, die mir Dörte auf sehr sanfte und nachsichtige Art beibrachte. In diesem Praktikum ging es aber nicht hauptsächlich darum, wieder einen korrekten Ansatz in die gymnastizierende Arbeit mit Pferden zu finden, sondern darum, eine Kommunikation in Harmonie und Leichtigkeit kennen zu lernen, vor allem in mir selbst.
Wenn ich mit der erfahrenen und geduldigen Honey wenig Schwierigkeiten bei der Arbeit hatte, so viel es mir um so schwerer, Joe und mich gleichzeitig bei den Übungen bei Laune zu halten und nicht die Geduld zu verlieren oder gar zu versuchen, auf seinen Druck mit Gegendruck zu antworten. Ich kann mit Stolz sagen, dass ich am Ende des Praktikums ein Erfolgserlebnis bezüglich dieses Themas mit Joe hatte.
Wann wieviel Lob in welcher Form zu geben, um die Kommunikation mit dem Pferd aufrecht zu erhalten um eben ein motiviertes, fröhliches Pferd als Gesprächspartner geniessen zu können war ebenso ein wichtiger Inhalt meines Praktikums für mich. Verantwortung für andere Lebewesen dauerhaft täglich zu haben war für mich sehr neu, und da ich sehr vergesslich bin fiel es mir oft sehr schwer alles im Kopf zu behalten.
ich hoffe dennoch, dass ich den Tieren trotzdem gerecht werden konnte. Ebenso war es für mich neu, alleine zu leben und so viel Stille um mich zu haben. Dennoch habe ich den Aufenthalt bei Dörte und Sebastiao und all ihren Tieren sehr genossen, ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt (Ein besonders großes Dankeschön geht an Sebastiaos Mutter, die mich am Tag vorm Rückflug freundlicherweise eine Nacht bei sich in Lissabon beherbergt hat und köstlich gekocht hat!). Überhaupt habe ich mich ab dem ersten Tag bei Dörte wie bei Freunden gefühlt, und bin sehr dankbar für ihre Geduld und Nachsicht mit mir, und für ihre vielen lehrreichen Unterhaltungen, nicht nur in Pferdesachen. Ich würde jedem der auf der Suche nach Harmonie, Wissen und Leichtigkeit mit seinem Pferd und auch mit sich selber ist, dieses Praktikum schwerstens empfehlen.
Für mich persönlich ist Dörte die erste Reitlehrerin, die mich und mein Verhalten auf dem Pferd wirklich perfekt erkennen und korrigieren kann, und dazu noch ein liebendes, geduldiges Auge auf Pferd und Reiter hat.
In diesem Sinne vielen Dank für Alles, liebe Dörte
es würde mir riesig gefallen, solch ein Praktikum bei dir zu wiederholen.

 

Praktikumsbericht von Raphaela Grygo bei Reitkunst für mich
Zum Abschluss eines ereignisreichen Jahr 2014 und vor dem Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt traf ich den Entschluss, mir eine kleine Auszeit zuzugestehen und für eine Weile mehr mit Pferden als mit Menschen zu Arbeiten. In den letzten 10 Jahren hatte ich aufgrund von mehreren Ortswechseln viele Reitbeteiligungen, mit denen ich hauptsächlich auf mich allein gestellt durch fränkisch-thüringische Wälder geritten bin und so gut wie nie in den Genuss von Reitunterricht gekommen bin, geschweige denn in den Genuss von GUTEM Unterricht. Da mich alternative Ausbildungsweisen ohne Gewalt und Druck schon länger interessierten und ich mal hier reingelesen hatte und mal dort was aufschnappte, bin ich über Umwege auf Dörte Bialluch – Reitkunst für mich gestoßen und bewarb mich auf ein Praktikum. Mit der akademischen Reitkunst hatte ich vorher nur übers Internet Kontakt, was ich las machte mich jedoch sehr neugierig. So kam es, dass ich trotz des eigentlichen Weihnachtszeitpunktes vom 7.12.2014 bis zum 17.1.2015 zu Dörte& Sebastiao und ihrer tierisch(en) tollen Großfamilie nach Portugal reisen durfte.
Die 6 Wochen (die mir zudem erlaubten, dem usseligen deutschen Winter auf unglaublichste Weise zu entfliehen) waren in vielerlei Hinsicht sehr lehrreich für mich. Ich kam an, um vor allem viel Boden- und Longenarbeit zu machen und beim Reiten meinen Sitz zu verbessern. Für die Arbeit neben dem Pferd hatte ich zuvor viel zu wenig Erfahrungen sammeln dürfen, während ich das Gefühl hatte, dass mein Sitz so ganz ohne Korrektur ziemlich verlottert war.
Da ich außerhalb des normalen Rhythmus in Portugal war, empfing mich die liebe Praktikantin Johanna Ferstl in den ersten Tagen, bis Dörte aus Deutschland zurückkam. Als Dörte dann da war, durfte ich zuerst mit dem Tinker Joe anfangen. Wie schwer es in den ersten Tagen doch war, mit Joe einfach nur loszulassen und am Lösen-Stellen-Biegen zu arbeiten! Wenn Johanna oder Dörte dies machten, sah es so leicht aus, aber zunächst fand ich das schon recht knifflig! Da merkte ich direkt, wie sehr die akademische Reitkunst doch eine Arbeit an uns Menschen ist und wie bewusst ich mir meiner eigenen Körperhaltung und Verfassung werden muss, um mit den feinen Pferdewesen zusammenzuarbeiten. Dieses Erkennen zog sich durch die ganzen 6 Wochen.
Meist arbeitete ich mit Honey, die mir einfach mehr Zeit gelassen hat, mein Tun und Handeln zu erfühlen und umzusetzen. (Ich danke ihr sehr für ihre Geduld und ihre liebe Art und hoffe, dass sie weiterhin eine gute gesundheitliche Phase hat, so dass auch noch viele andere Praktikanten mit und von ihr lernen dürfen!) Mit Honey konnte ich sowohl vom Boden als auch im Sattel lernen, wie und in welcher Intensität ich welche Hilfen geben muss, um bei ihr eine schöne Reaktion und Form auszulösen. Schwer fiel es mir z.B. am Anfang, nicht mit den Schenkeln anzureiten, sondern vielmehr aus einer Energie und Spannung meinerseits. Auch das Anhalten über Ausatmen und Loslassen klappte nicht sofort. Vom Boden aus gelang mir das Rückwärtsgehen eigentlich recht schnell, während es vorwärts noch oft haperte. Spannend war für mich, mit welch kleinen Bewegungen meinerseits ich ein Schulterherein oder ein Kruppherein bewirken konnte und wie gut das auch auf etwas mehr Entfernung an der Longe funktionierte. Überhaupt lernte ich in der Zeit bei Dörte und ihren Pferden sehr viel über meine eigene Körpersprache und konnte meine Haltung und den Einsatz meines Körpers wesentlich verbessern.
Wie ich schon geahnt hatte, war mein Sitz eine mehr oder minder große Baustelle, die sich dank Dörtes Tipps jedoch deutlich verkleinert hat. Nach 3 oder 4 Wochen konnte ich schon wesentlich ausbalancierter sitzen und auch das Erfühlen und Mitgehen der Bewegungen gelang mehr und mehr intuitiv. Dabei hat mir auch die Sitzschulung an der Longe auf Honey und auch auf Centuriao sehr geholfen (Sitzschulung machte mir außerdem noch sehr viel Spaß )
Neben der Arbeit auf dem Reitplatz war auch der Umgang mit Tintol für mich sehr spannend. Bisher hatte ich wenig bis gar keine Hengst-Erfahrung, so dass ich diesbezüglich erst mal meine Unsicherheit überwinden musste. Schön war für mich, dass Tintol in dieser Zeit einen positiven Entwicklungsschub durchmachte, was mich besonders für Dörte freut. Ein Highlight war natürlich dieser spontane Moment, wo wir mit ihm im Stall standen und ich mich einfach mal auf ihn setzen sollte. Für dein Vertrauen in diesem Augenblick danke ich dir, liebe Dörte!
Die Arbeit im Stall hielt sich zeitlich in Grenzen. Es blieb an vielen Tagen genug Zeit für einen schönen Ausflug, einen Spaziergang am Meer oder einen Abstecher zum Fischmarkt, der in wunderbaren Grillabenden endete. Die gemeinsamen Abendessen mit Dörte, Sebastiao und den Hunden sowie diversen Gästen werde ich neben dem Gelernten in sehr guter Erinnerung behalten. Auch schön war für mich, dass mich sowohl an Weihnachten als auch über Silvester zwei liebe Menschen aus Deutschland besuchen konnten. Die Theorietage, die für Regenwetter angesetzt waren, mussten leider auf Sonnentage umgelegt werden, da es irgendwie in den 6 Wochen nur 2 Mal regnete. War aber kein größeres Problem
Überraschender Weise entwickelte ich mich nicht nur in reiterlicher Hinsicht weiter. Auch meine Abneigung gegen Hunde konnte ich tatsächlich ablegen (sonst wäre es mit den 5 Wachhunden auch schwer geworden). Pepsi durfte sogar in meinem Appartement übernachten und ich habe ihre und Charlys Begleitung sogar genossen. Wer hätte gedacht, dass ich mal umringt und belagert von 5 Hunden in der Sonne Mittagsschlaf machen würde…
Die Arbeit mit den Pferden zeigte sich mir in den Wochen bei Dörte besonders auch als eine Arbeit an mir selbst. Ich kann es jedem, der Interesse an feinem Reiten hat, nur sehr empfehlen, die Chance eines Praktikums bei Dörte wahrzunehmen. Danke liebe Dörte für diese tolle Zeit! Wenn ich schon früher auf die Idee gekommen wäre, zu dir zu kommen, hätte ich jede Semesterferien bei dir verbringen wollen! Sollte ich irgendwann nach Düsseldorf zurückziehen, weiß ich jedenfalls schon genau, wer mich bei der Ausbildung meines Zukunfts-Pferdes begleiten wird!

 

Praktikumsbericht

Februar und März 2015 durfte ich bei Dörte Bialluch in Portugal verbringen und zum ersten Mal in die akademische Reitkunst hinein schnuppern. Ich wohnte in einem kleinen, feinen Appartement auf der Farm von Dörte und Sebastiao, die mich herzlich aufgenommen und mir auch Einblicke in die portugiesische Kultur schenkten. Zusätzlich lebten neben den 4 Pferden noch etliche weitere Tiere auf der Ranch, die den Alltag immer wieder sehr aufregend gestalteten (z.B. Ausbrüche, Mitnahme eines Hundes nahe einer Müllhalde etc.).

Die ersten Wochen waren dadurch geprägt die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten, etliche Bücher zu verschlingen (François Robichon de La Guérinière, Bent Branderup, Klaus Ferdinand Hempfling…) und die Hintergründe sowie die Ausführung verschiedenster Lektionen zu erarbeiten. In der Zeit, in der Dörte in Deutschland war, hatte ich die Möglichkeit alleine mit ihren Pferdchen zu arbeiten und zu üben. Ich habe viel Zeit damit verbracht, meinen eigenen Körper noch bewusster wahrzunehmen, auch dafür, um eine Hilfengebung gezielter einzusetzen. Oft schenkte ich meinem Körper, Geist und Seele eine Auszeit, beobachtete atemberaubende Sonnenuntergänge oder radelte mit ein paar Hunden zu den Klippen, betrachtete das Brechen der Wellen und genoss den salzigen Wind.

Ich war so fasziniert, wie fein Dörtes Pferde auf die kleinste Veränderung meiner Körpersprache reagierten. Es war ein atemberaubendes Gefühl ein Pferd ausschließlich mit Sitz reiten zu können und das auch noch in schwierigen Lektionen. Was mir besonders schwer gefallen ist, war mit keinem Körperteil etwas zu tun, sondern einfach nur zu fühlen, denn immer wieder schlich sich mein Fuß an den Pferdebauch, wo er unbewusst eine Hilfe gab. Mittlerweile berühren meine Füße das Pferd nur noch, wenn mein statischer bzw. dynamischer Sitz nicht verstanden wird.

Leider war mein Aufenthalt etwas überschattet von einer Verletzung meines eigenen Pferdes in Österreich, um den sich einige Freundinnen liebevoll kümmerten.

Mitte März flog mein Freund spontan zu mir, der ebenfalls sehr gastfreundlich aufgenommen wurde, vielen Dank dafür. Gegen Ende meines Aufenthaltes schenkten mir Honey, Joe sowie Centuriao wunderschöne Übergänge, sowohl zwischen den Gangarten als auch zwischen diversen Lektionen, in denen ich weder Zügel noch Schenkel verwendete, sondern rein mit Sitz und Atmung geritten bin. Diesen Fluss der Geschmeidigkeit habe ich auch in meinen Unterricht mitgenommen, wo mir die Pferde immer wieder bestätigen, was es bedeutet mit Gefühl zu arbeiten.

Vielen lieben Dank an dich Dörte, für deine Offenheit, deine Geduld und Motivation. Ich habe die Zeit bei euch sehr genossen, vieles mitgenommen und bin mir sicher, dass ich dich auch in Österreich für den einen oder anderen Kurs wieder sehen werde. Danke natürlich auch an Sebastiao für Alles und besonders an deine Pferdchen, die mir etliche Unklarheiten verziehen und mich so viel spüren haben lassen.
Bedanken will ich mich auch bei meiem Freund, meiner Familie und meinen Freunden, die mich bei meinem kleinen Abenteuer so super unterstützt haben.
Herzliche Grüße,
Teresa

Praktikumsbericht Sommer 2015

Durch einen glücklichen Zufall hatten wir (Laura und Anne) die Möglichkeit uns bei einem Praktikum im Sommer 2015 bei Dörte kennenzulernen. Ich (Laura) kam am 1.08. in Portugal an und konnte mich in den ersten Wochen bereits in Ruhe einarbeiten. Vier Wochen später kam auch ich (Anne) als Workingstudent nach Portugal dazu.

In den ersten Tagen versorgten wir die Pferde gemeinsam, später wurde unsere Arbeit aufgeteilt. Ich ( Anne ) kümmerte mich um die vier wundervollen Pferde und Ich (Laura) übernahm die Pflege aller anderen Tiere wie den Schweinen, den Hunden und den Vögeln. Ab und zu erledigten wir auch Aufgaben gemeinsam, wie den Reitplatz vom Unkraut zu befreien oder ähnliches. Dies war immer auch eine schöne gemeinsame Zeit, in der wir Arbeit und gute Gespräche verbinden konnten.

Dörte zeigte ein gutes Händchen dabei jedem sein richtiges Pferd zuzuteilen und so stimmte die Chemie zwischen uns vier perfekt. Der Reitunterricht war zwar sehr fordernd aber unglaublich effektiv. Joe und Honey erwiesen sich als außerordentlich gute Lehrer, da sie von Dörte sehr fein ausgebildet wurden und uns auf jeden unsere Fehler hinwiesen. Die erfahrene Honey drückte bei dem einen oder anderen Fehler ein Auge zu, Joey hingegen konnte manchmal ganz schön streng sein. Gemeinsam mit Dörte erarbeitete sich jeder mit seinem Pony eine Verbindung und Wege zu kommunizieren, beginnend mit den Basics; wie das Lösen, Stellen und Biegen im Stand bis hin zu Seitengängen am Boden, wie auch geritten. Ein besonderes Augenmerk wurde im Unterricht auf den Sitz gelegt aber auch die genaue Ausführung der Hilfen war Dörte sehr wichtig. Anfangs war es schwer alles zu kombinieren und uns rauchten oft schon nach 20 Minuten die Köpfe, doch schon nach kurzer Zeit zeigten sich deutliche Erfolge und die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd wurde immer genauer.

In den zwei Wochen, in denen Dörte in Deutschland war konnten wir mit unseren Schulpferden weiterarbeiten. Da wir zu zweit waren konnten wir uns gegenseitig unterstützen und uns Feedback geben was enorm hilfreich war. In unsere Freizeit konnten wir die Schönheit Portugals, bei ausgiebigen Spaziergängen mit den Hunden und kleinen Touren zu den Städten in der Nähe, kennenlernen. Sehr gerne sind wir auch zusammen zu dem, mit dem Fahrrad, nur 20min entfernten Strand gefahren, haben zusammen Yoga gemacht oder gekocht. Insgesamt war es eine sehr schöne und lehrreiche Zeit. Wir haben es sehr genossen so viel Ruhe und Natur um uns herum zu haben, jeden Morgen mit dem Blick aufs Meer aufzuwachen und schöne Momente mit den Pferden und Menschen zu erleben. Auch wenn es nicht immer leicht war bei der Arbeit und mit den Pferden sind wir beide in der Zeit gewachsen und würden keine Erfahrung missen wollen. Wir freuen uns auch sehr, dass wir beide uns kennengelernt haben und auch weiter im engen Kontakt stehen.
Vielen Dank für die schöne Zeit Dörte und Sebastiao

Ich bin vor Kurzem von einem wunderschönen Praktikum in Portugal bei Dörte Bialluch und www.smart-reitkunstfuermich.de
Hier habe ich versucht, ein paar der wichtigsten Einsichten aus dieser Zeit zusammen zu fassen:

"Es geht eigentlich nur um eins: Schön Zeit mit unseren Pferden zu verbringen."

Dieser Satz ist doch ein guter Beginn für ein kleines Resümee der letzten 5 Wochen.
Mir hat diese Zeit unglaublich gut getan. Ich hatte schon lange den Wunsch, mal über einen längeren Zeitraum kontinuierlich an mir und meiner Pferdearbeit zu werkeln, und das in möglichst ganzheitlicher Weise mit Ausrichtung zur Akademischen Reitkunst.
Ich denke, man bekommt im Leben immer das, was man gerade braucht, vielleicht kann man es nicht immer ganz entschlüsseln, aber am Ende sind alle Hürden und Hindernisse doch immer für was gut gewesen und dienen der Weiterentwicklung. Es ist wunderbar zu sehen, dass das auch in ähnlicher Weise für die Arbeit mit den Pferden zutrifft. Akzeptanz für etwas Ungewolltes, oder etwas, was man gar nicht meinte erfragt zu haben und dies als Feedback anzunehmen, klingt ganz leicht, oder? Eigentlich stellte es aber mein persönliches Schema F auf den Kopf, in dem ich unbewusst immer davon ausgegangen bin, ich müsste zunächst das Pferd korrigieren, ein bestimmtes Knöpfchen drücken und dadaaa, alles gut. Ich bin an sich ein selbstkritischer Mensch, aber mir ist nicht in den Sinn gekommen, dass ich mit meinem Körper immer, auch am Boden, die primäre Hilfe bin und deswegen, ein Feedback vom Pferd dazu führen sollte, Dass ich mich frage: was kann ich an mir ändern, damit es beim Pferd auch ankommt. Wir kommunizieren können und uns auch verstehen. Das war Klick 1.

Klick 2 war das Thema: Motivation für beide. Dörtes Pferde sind total bei der Arbeit dabei und strahlen Energie, Freude aber auch Entspannung und Wohlbefinden aus. Genauso wünsche ich mir mein Zusammensein mit meinen Pferden. Den Moment betrachten, nicht das Schema, reell sein, zugewandt sein und all das vom Pferdekameraden auch gespiegelt bekommen. Sich nicht verzetteln, den geistigen Faden zum Pferd beibehalten, an den Stärken arbeiten. Ein kurzer Ausflug in meine Arbeit als Coach oder wie auch immer man das nennen möchte: in meinem Zugang zu Persönlichkeitsentwicklung spielt gerade die Orientierung auf Ressourcen, Talenten und Stärken die zentrale Rolle. Lösungen ermöglichen statt Probleme wälzen, könnte man es kurz und präzise nennen. Bei den Pferden fehlte mir aber lange Zeit die kontinuierlich positive Grundstimmung in der Arbeit rund um Lösen/Stellen/Biegen, vielleicht fehlte mir auch einfach ein Bild, wie das Ganze denn aussehen könnte.

Klick 3: "Fühlen vor Formen vor Führen". Zunächst einmal zum fühlen: bevor ich forme muss ich fühlen, ist mein Pferd losgelassen, geistig wie körperlich? Ohne Zwang und ohne Positionieren oder übergriffiges Nehmen des Kopfes? Dieser Aspekt ist so zentral und war gaaanz häufig Gegenstand von Dörtes Input und Korrekturen: Wie fühlt sich das an? Kommen die Impulse beim Pferd an, ja oder nein, und wenn Nein, wo bleiben sie hängen? Bin ich als Reiter gedanklich auch beim Pferd oder frustriert über meine fehlende Fingerfertigkeit? Und wenn ich die Form habe, was mache ich dann daraus? Wohin führen die Seitengänge? Wozu dienen die Lektionen? Ich habe mitgenommen, dass sie kein Eigenleben führen, sondern im Wortsinn dem Pferd dienen.

Klick 4: "nicht drauf setzen". keine Sorge, hier ist jetzt nicht das Pferd gemeint, in meinem Falle der wundervolle Joe. Nimmt das Pferd uns beim Reiten durch den abwärts rotierenden Rippenbogen in der Biegung mit, dann ist es echt! Total! Wichtig! Sich zu erhalten und nicht schwer drauf zu setzen. Ein Gespür für seine Sitzbeinhoecker und die sich dehnenden Ruckenmuskeln zu entwickeln und nicht gleichmäßig Druck auszuüben. Sich zu erhalten, seine Mitte finden, nicht kippen oder driften, die Schultern an den Schultern des Pferdes sowie die Hüfte an den Hüften des Pferdes auszurichten.
Liebe Dörte, ich könnte noch sehr, sehr viel mehr schreiben. Zum Abschluss noch was über deine Herzlichkeit und deine Offenheit. Ich habe hier auf deiner Anlage von allen Lebewesen sehr viel Freundlichkeit erfahren und werde euch alle vermissen. Ich bin sehr dankbar für Deine Geduld und Beständigkeit. Die Wochen hier haben mir viele Einsichten ermöglicht, das Schöne daran, sie waren in einer anderen Form bereits da. Deine Worte über Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsbildung haben mich sehr angesprochen und werden sicher noch einige Zeit wabern. Auch die Zeit mit den Hunden in herrlicher Umgebung, die Zeit mit Lua, die tollen Begegnungen mit sympathischen Menschen, all das machen mir ganz viel Lust auf mehr und werden sicherlich großen Einfluss auf meine Pferdearbeit haben.
Dankeschön,
Kathy

Ina und Nele haben ein kleines Interview miteinander geführt, um allen Interessierten und Vielleicht-Praktikanten einen Eindruck vom Leben auf der Anlage von Dörte Bialluch zu vermitteln. Ina ist als Langzeitpraktikantin für ein halbes Jahr hier und Nele kam zwischendurch für sieben Wochen dazu. Zusammen haben sie die anfallenden Arbeiten erledigt, mit dem Auto (welches sie netterweise während Dörtes Abwesenheit zur Verfügung hatten!) die umliegende Umgebung erkundet, Abendessen gekocht und die Videos vom Training am Vormittag analysiert.

Jetzt bist du schon vier Monate hier, was hat sich verändert und was hast du in dieser Zeit lernen können?
Ina: Also ich bin eindeutig besonnener und gelassener, als bei meiner Ankunft. Egal ob bei der Stallroutine, beim täglichen Essenkochen und letztendlich vor allem bei der Arbeit mit den Pferden geht es nicht darum, auf irgendeine Art und Weise ein Ziel zu erreichen, sondern um die Art und Weise, wie man den Weg ans Ziel bestreitet. Man bekommt außerdem ein gesteigertes Körperbewusstsein und Verständnis dafür, wie man sich bewegt und warum man sich wie bewegen sollte.

Was macht Dörtes Art zu unterrichten so besonders?
Ina: Ihr Fachwissen und ihre Kompetenz hat Hand und Fuß! Sie schafft es zu vermitteln, dass richtig und falsch immer von der jeweiligen Situation abhängig sind. Offen und ehrlich beurteilt sie die Fähigkeiten der Schüler auf eine Weise, dass sie sich dabei nicht be- oder entwertet fühlen. Und nicht zu vergessen ihre Fröhlichkeit und lebensbejahende Energie!

Kannst du Dörtes Umgang mit den Pferden beschreiben?
Nele: Dörte ist mit Leib und Seele Pferdefrau. Sie liebt Tiere heiß und innig und hat gleichzeitig ein enormes Wissen rund ums Pferd, das sie auch gern an uns weiter gegeben hat, egal ob nun beim Training, Autofahren oder Kaffeetrinken. Es braucht nun mal kein Schma F. Das was zählt ist unsere Art und Weise der Kommunikation mit dem Pferd, und die funktioniert nur, wenn sie dem natürlichen Verhalten entspricht, damit das Pferd uns überhaupt verstehen kann. Reitkunst fängt nun mal nicht erst auf dem Reitplatz an, sondern ab dem Moment, in dem wir in das Sichtfeld des Pferdes treten. Dass die Pferde gern hier leben, merkt man ihnen sofort an, vor allem wenn man ihre Geschichten gehört hat. Alle ihre Pferde haben unterschiedliche Ressourcen und Fähigkeiten, aber auch körperliche Defizite, weshalb das Training und das Eingehen auf das jeweilige Pferd sehr individuell macht. Dörtes Gefühl in Kombination mit ihrem Wissen hilft ihnen, gesund und glücklich alt zu werden.
Das gilt aber ebenso für all die anderen Tiere, die auf ihrer Anlage Casa da Baia da Nau zu Hause sind. Ob nun Schwein, Katze, Hund, Pferd, Huhn oder Wellensittich – alle fühlen sich hier pudelwohl und übertragen dies an die Gäste und Praktikanten.

Hast du beim Training einiges mitnehmen können?
Nele: Und wie! Ich durfte während der sieben Wochen mit Honey arbeiten, Dörtes erstem eigenen Pferd. Und sie ist eine wundervolle Lehrerin! Anfangs hat sie über so einige Fehler hinweg gesehen und blieb dabei immer motiviert und sehr bemüht. Es war toll, von und mit ihr lernen zu dürfen. Dörte hat beim Unterricht einen solchen Blick fürs Detail und allzu oft hat sie mich auf meine eigene Körpersprache hingewiesen, bevor ich selbst erspüren konnte, was ich dem Pferd da eigentlich gerade mitteile. Die große weite Welt der Akademischen Reitkunst war mir bisher völlig fremd und ich muss sagen, sie gefällt mir sehr! Ich freue mich total, auf die weitere Reise in dieser Welt.
Dörte ist ja den halben Monat jeweils in Deutschland. Wie ergeht es dir in dieser Zeit, vor allem bei der selbständigen Arbeit mit deinem Lehrpferd?
Ina: Ich leg die Füße hoch und mache zwei Wochen gar nichts. Nein – Spaß beiseite. Man bekommt eine kleine To-Do-Liste, daran kann man sich orientieren und neben der täglichen Stallarbeit nach und nach alles erledigen. Trotzdem bleibt nebenbei genug Zeit, die Gegend zu erkunden und mal etwas am Meer zu entspannen. Bei der Arbeit mit den Pferden finde ich es total cool, jeweils zwei Wochen täglich unterrichtet zu werden und dann jeweils zwei Wochen Zeit zu haben, selbstständig das Gelernte zu festigen. Natürlich schleichen sich dabei Fehler ein und man ist mal unsicher bei dem, was man tut, aber auch mal Fehler zu machen gehört ja auf dem Weg der Akademischen Reitkunst dazu. Man muss auch mal hinfallen, um danach gestärkter und mit noch mehr Wissen wieder aufzustehen.

Für wen meinst du ist dieses Praktikum geeignet?
Ina: Für alle Menschen, die bereit dazu sind, ihren Kopfdeckel abzunehmen und darin nochmal alle Zahnrädchen neu anzuordnen – was den Umgang und die Arbeit mit Pferden betrifft. Ansonsten für alle, die keine Probleme damit haben, sich auch mal dreckig zu machen, die wetterfest sind und die gerne Natur pur vor der Haustür haben.

Nun ist deine Praktikumszeit fast vorbei... .
Nele: Ja, aus irgendeinem Grund vergehen die Tage in Portugal bei Weitem schneller als in Deutschland, sodass die sieben Wochen wie im Fluge vergangen sind. Ich nehme einen ganzen Sack voll neuer Ideen, Sonne, Freude und Kreativität mit und werde bestimmt bald wieder kommen, denn auch Portugal an sich hat es mir sehr angetan. An dieser Stelle nochmal ein riesiges OBRIGADA an Dörte, Sebastiao, meine liebe Mitpraktikantin Ina und all die lieben Tiere, die diese Zeit unvergesslich gemacht haben.

Du bist ja ein halbes Jahr hier, was sollten alle Langzeitpraktikanten auf jeden Fall einpacken?
Ina: Gewand für jeden Wetterlage ist auf jeden Fall unerlässlich. Man kann hier nämlich binnen fünf Minuten einen Sonnenbrand bekommen oder aber bis zu den Knien im Wasser stehen während es so sehr stürmt, dass man glaubt das Dach fliegt jeden Moment weg. Sonnenbrille und Bikini zwecks des Urlaubsflairs und etwas womit man sich die Zeit vertreiben kann, wenn man sich mal einsam fühlt und das Internet ausgefallen ist. Zum Beispiel Lesefutter, wobei Dörte auch eine kleine Pferdebibliothek im Haus hat. Und unbedingt eine gute Kamera, um festzuhalten, wie schön es hier ist!

Was wird in 10 Jahren noch besonders in Erinnerung sein?
Ina und Nele: Nebst all dem Gelernten rund um die Reitkunst werden wir uns definitiv an den Moment erinnern, an dem wir mit zwei Weingläsern an den Klippen saßen und den Sonnenuntergang beobachtet haben, natürlich in Begleitung der lieben Pepsi, die in unser beider Herzen einen besonderen Platz eingenommen hat. Als Türsteherin, Anstandspolizei, Streitschlichterin, Rattenfängerin, Ordnungshüterin und Kuschelhund war sie uns stets eine treue Begleiterin. Außerdem hat Dörte sich so oft Zeit genommen für kleine Ausflüge zum Strand aber auch mal für eine große Sonntagstour nach Sagres, dem südwestlichsten Ort Europas. Das war sehr schön, vor allem der Zwischenstop zum Lunch in einem Restaurant mit atemberaubendem Ausblick. Danke Dörte, dass du uns auch soetwas mit Freude ermöglicht hast!

Und sonst noch?
Ina und Nele: Dörtes Kochkünste!! Wenn sie nicht beruflich eine geniale Reitkünstlerin geworden wäre, dann wäre sie mit Sicherheit Kochkünstlerin geworden! Ab und zu kamen wir abends in den Genuss einer köstlichen Mahlzeit, wobei ein Gericht das andere übertroffen hat. Hier muss aber auch fairerweise erwähnt werden, dass Dörtes netter Lebenspartner Sebastiao einen köstlichen Beitrag leistete als Pancakebäcker und Fischgrillmeister.
Also für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich zu bewerben: Tut es!

 

I’m glad to share my memories from the sunny days in Portugal which I spent with my wonderful trainer Dörte Bialluch and her horses. During that time I did groundwork, lunging and riding. I leant different types of halts and how to make a horse supple, collected, free in movements. As well to lower and increase energy and use it for special exercises. I worked on my seat, to keep balance, and apply the aids in the correct way and time. The lessons gave me a lot of body awareness and helped me understand the most important details while working with horses.

Special thanks for Saskia, who made our work full of fun and interesting conversations and for my beloved Lars von Tierwald who visited me in this special place on the Earth.

Saskia schrie:
Liebe Dörte, lieber Sebastiao,


danke für die wunderschöne Zeit, die ich bei euch verbringen durfte. Ich war als Praktikantin für 6 Wochen in Portugal und hatte keinerlei Erfahrungen in der AR, bevor ich kam.

Zunächst erarbeitete Dörte also mit mir die Grundlagen in der Bodenarbeit und Honey war mir eine wahnsinnig aufmerksame und tolle Lehrerin. Ich lernte mehr meinen Blick für die Details am Boden zu schulen und die Grundlagen, wie man das Pferd entspannt, wie man es korrekt stellt und biegt. Die ersten Schritte der Seitengänge im Schulter- und Kruppeherein.
Dörte hat stets ein besonderes Augenmerk auf der Harmonie, der Kommunikation mit dem Pferd und auf der Leichtigkeit und der ständigen Überprüfung, ob das Pferd entspannt ist. Häufige Pausen und viel Lob, brachten die Pferde und mich im Unterricht zum strahlen.

In der zweiten Hälfte meines Praktikums durfte ich dann Sitzschulung auf Honey und später auf Joe genießen. Unte den Adleraugen von Dörte lernte ich fühlen und verstehen. Ich lernte Zusammenhänge erkennen und wie ich diese umsetzen kann. Dabei stets anzustreben, die Leichtigkeit und die Balance zu halten. Ich werde defintiv weiter machen und hoffe, dass wir uns schon bald mal wiedersehen!
Ich habe euch sehr ins Herz geschlossen und denke gern zurück an die wunderschöne Zeit im Sommer, eure einzigartige Herzlichkeit, die leckeren und tollen gemeinsamen Abendessen, die schönen Augenblicke in Portugal auch abseits der Pferde, wie die Strände und Sonnenuntergänge, die anderen Tiere und die unvergleichlichen Momente, die man einfach nur genießt.

Vielen Dank und insbesondere an Joe, Honey und Dörte, für alles was ihr mich gelehrt habt!
Irgendwann komme ich hoffentlich wieder, ich würde mich wahnsinnig freuen!